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Klassische Musik und Oper von Classissima

Georges Bizet

Dienstag 31. Mai 2016


Crescendo

27. Mai

Carmen auf der Quetsche - Ksenija Sidorova: Carmen auf der Quetsche

CrescendoDem Akkordeon haftete lange Zeit das Flair von altmodischer Folklore an, doch dank Ksenija Sidorova wurde es mit einem Schlag aus seinem Nischen-Dasein erweckt. Schon als kleines Mädchen verschrieb sich die Lettin dem Akkordeon, bekam mit acht Jahren Unterricht, ging mit sechzehn an die Londoner Royal Academy of Music und schloss ihr Studium mit Auszeichnung ab. Nach ihrem Debüt in der Wigmore Hall – „eine wirkliche Entdeckung“, schwärmte die Times – ging’s steil bergauf: Auftritt mit dem Bassbariton Bryn Terfel und Sting in der Royal Albert Hall, gemeinsam auf der Bühne mit den Spitzentenören Juan Diego Flórez und Joseph Calleja. Und mit einem Video-Clip für „Carmen“ avancierte die charismatische Musikerin mit mehr als 100.000 Klicks zum Videostar. crescendo: Frau Sidorova, die Opernfigur Carmen ist eine „Projektion der geheimsten Begierden des Herzens“, schreiben Sie im Booklet der CD. Pardon, aber ist diese Figur der Femme fatale im 21. Jahrhundert nicht ein längst überholtes Klischee? Ksenija Sidorova: Aber nein! Erstens ist diese Oper die populärste, meistgespielte überhaupt. Und obendrein ist das Thema Liebe, Eifersucht, Begierde, Betrug doch heute genauso aktuell, denken Sie an Sex and the City oder Desperate Housewives, da steckt überall das Carmen-Motiv drin. Was genau ist denn so faszinierend an dieser Frau? Sie symbolisiert all die gefährlichen Vergnügungen, besitzt einen starken, unabhängigen Geist. Aber sie weiß gar nicht, wie gefährlich sie ist, welche Wirkung sie ausübt. Die Männer folgen ihr wie magisch angezogen, sie wissen um ihre Gefährlichkeit, und genau das macht Carmen so attraktiv. Sie ist nicht nur in Liebesdingen unabhängig, sie ist generell ein freier Geist. Dagegen ist die Figur der Micaëla langweilig. Carmen glaubt furchtlos und sehr unabhängig an die freie Liebe, das war damals ja ziemlich skandalös! Sie haben sich die Ohrwürmer herausgepickt und mit einer zwölfköpfigen Band neu interpretiert, „Carmen remixed“ als ein Cocktail aus lateinamerikanischen, orientalischen, europäischen und nordamerikanischen Klängen. Bizet schimmert durch, und doch klingt es anders, neu, mal frecher, mal melancholischer. Manche Stücke sind auch Assoziationen oder Fantasien, zu denen mich Carmen anregte. Ich wollte auch weg von der üblichen Erwartung an diese Melodien. Gleichzeitig passt mein Instrument sehr gut zu Carmen, denn diese Musik ist sehr lyrisch. Machen wir mal einen Zeitsprung: Wann haben Sie sich eigentlich in das Akkordeon verliebt? Mit sechs Jahren, nach einem herrlichen Sommerurlaub bei meiner russischen Großmutter in Sibirien. Die spielte das dort typische Instrument, eine Garmoschka oder Garmon. Das ist die russische Variante des Knopf-Akkordeons. Da war es um mich geschehen. Ich kam nach Hause zurück und erklärte meinen Eltern: „Das will ich lernen!“ Die waren anfangs gar nicht begeistert, fanden ein Akkordeon nicht feminin genug. Geige oder Klavier hätte ihnen besser gefallen, außerdem galt die Garmoschka als „Klavier für die Armen“ in den Ländern des Ostens. Und als ich mit acht Jahren vor meiner Lehrerin stand, schlug die beide Hände zusammen: „Oh Gott, das Kind ist doch viel zu schmal für ein Akkordeon!“ Aber wie Sie sehen, habe ich mich durchgesetzt. (lacht) Das verbindet mich mit der Figur der Carmen: Ich bin furchtlos, stur und sehr emotional. Denn ich wurde im Tierkreiszeichen Stier geboren. "Das Grandiose am ­Akkordeon ist, dass es überhaupt keine musikalischen Grenzen gibt, ich kann alles spielen" Zur fünfzigsten Geburtstagsfeier von Bryn Terfel 2015 interpretierten Sie Stings Super-Song Roxanne und wurden dafür in der Londoner Royal Albert Hall mit Ovationen belohnt… Ach, Sting ist einfach meine Ikone in der Popmusik! Das Grandiose am Akkordeon ist, dass es überhaupt keine musikalischen Grenzen gibt, ich kann wirklich alles spielen. Es geht direkt in die Magengrube oder ins Herz, ob als Solo-Instrument oder mit einer Band oder Orchester. Und ich finde es spannend, Popmusik zu adaptieren… Sie treten viel live vor Publikum auf. Was passiert da zwischen Ihnen oben auf der Bühne und dem Publikum? Da ich sehr gefühlsbetont bin, liebe ich es, diese spezielle Energie der Live-Atmosphäre auszukosten. Ich spüre mit allen Poren die Kraft, die da entsteht. Es ist mit jedem Lied wie ein Fein-Tuning, wir passen uns instinktiv und intuitiv aneinander an. Es ist ein fantastischer wechselseitiger Austausch. Und das mit einem Instrument, das für eine Frau ja nicht sehr erotisch wirkt. Wie schwer ist Ihr Akkordeon? Und gehen Sie ins Fitnessstudio, um starke Oberarme zu behalten? (bricht in Gelächter aus) Dieses Akkordeon wiegt 21 Kilogramm. Na klar mache ich Workouts. (sie winkelt ihre nackten durchtrainierten Oberarme an) Sonst könnte es mir passieren, dass ich das Instrument nicht richtig halte und es dadurch auch nicht gut spielen kann. Man muss es rein körperlich beherrschen können. Bei Geigen gibt es ja so teure Super-Instrumente. Wie ist das beim Akkordeon? Was für eine Marke spielen Sie? Das ist von der italienischen Firma Pigini, dem „Rolls Royce“ unter den Akkordeon-Herstellern. Die Firma ist siebzig Jahre alt, das hier ist ein recht neues Instrument. Aber diese unglaublich alten, kostbaren Geigen wie eine Stradivari, die sind ja so teuer, dass ein Künstler sie meist nie selbst erstehen kann und nur als Leihgabe bekommt. Ich habe mein Instrument kaufen können, ungefähr 30.000 Euro, das ist ja teuer genug. Aber dafür gehört es mir und ich muss es nie zurückgeben. Wie sieht es mit dem Transport im Flugzeug aus? Viele Künstler regen sich gerade über bestimmte Fluglinien auf, weil sie Extrakosten für den Transport von Musikinstrumenten verlangen. Cellisten müssen viel dazubezahlen. Wie sieht das bei Ihnen aus? Ganz einfach: Ich muss einen zweiten Sitzplatz kaufen! Noch zu Carmen: Gerade als Sie das Album aufnahmen, gab es auch im privaten Leben plötzlich große Liebe und Leidenschaft. Sie verliebten sich – kuriose Koinzidenz des Lebens – in einen Spanier namens José, der ja auch eine Hauptfigur in Bizets Oper ist. Schon verrückt, oder? Oh ja! Freunde haben uns bei einem Abendessen in London verkuppelt. Sie meinten, wir müssten toll zusammenpassen. Und sie hatten recht. Drei Monate später haben wir geheiratet. Ich mag es, dass alles so schnell ging. Ist José Sänger, Musiker, Künstler? Nein, nein! Er kommt aus einer ganz anderen Welt: Er arbeitet in der Londoner Finanzwelt. Ein spannender Kontrast. Aber deswegen ist das ständige Reisen für mich als private Person momentan hart. Dabei stehen Ihnen spannende Projekte bevor: Neben der „Carmen“-Tour, die Sie quer durch Europa in diesem Sommer führt, sind Sie im September in Vancouver und dann beginnt im Januar 2017 eine große Tournee mit dem Dirigenten Paavo Järvi, die bis nach Japan geht. Ich bin sehr gespannt, wie die Japaner auf Akkordeonklänge reagieren! Christa Hasselhorst Ksenija Sidorova: Carmen Deutsche Grammophon (Universal Music) Ksenija Sidorova live6. April Konzerthaus, Dortmund / 13. April KKL, Luzern mit dem Lucerne Symphony Orchestra / 6. Mai Festival Zaubersee mit Xenija Rappoport (Sprecherin) / 13. Juni Watergate, Berlin Kammermusik mit Miloš und Andreas Ottensamer / 19. Juli Bad Kissingen Festival mit Avi Avital

nmz - KIZ-Nachrichten

8. April

Stiftung der Arena di Verona wird aufgelöst - Opernsaison nach Plan

Verona - Die tief verschuldete Stiftung, die die weltberühmte Arena di Verona verwaltet, wird aufgelöst. Dies habe der Aufsichtsrat der Stiftung entschieden, nachdem eine mit den Gewerkschaften erzielte Einigung über Personaleinsparungen in Höhe von vier Millionen Euro von den Mitarbeitern abgelehnt worden sei, berichtete die Zeitung «Corriere della Sera» am Freitag. Die 300 Arbeitsplätze des Freilichttheaters, darunter Musiker, Tänzer und Verwalter, seien nun gefährdet. Die Stiftung ist mit 25 Millionen Euro verschuldet. Kulturminister Dario Franceschini wolle einen Experten entsenden, der eine Lösung für die Krise finden soll, schrieb das Blatt. Die Opernsaison werde somit im Juni voraussichtlich nach Plan starten. Los geht es am 24. Juni mit der «Carmen» von Georges Bizet, den Schlusspunkt setzt Giuseppe Verdis «Aida» am 28. August. Weiterlesen






Crescendo

9. März

Der unheimliche Pianist - Lucas Debargue: Der unheimliche Pianist

Während andere jahrelang an ihrer Technik feilten, studierte Lucas Debargue lieber Literatur und saß an Supermarktkassen. Nur – er hat die anderen längst abgehängt.Als spätberufener Senkrechtstarter überraschte Lucas Debargue im vergangenen Sommer Jury und Publikum beim renommierten Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau. Mit seinem virtuosen, energiegeladenen Klavierspiel kam der unkonventionelle Franzose aus dem Stand auf den vierten Platz und erhielt den Preis der Musikkritiker. In den Feuilletons wird seither fleißig an einem neuen Mythos gestrickt. Denn Debargue begann erst mit elf Jahren zu spielen, rührte dann als Teenager jahrelang kein Instrument mehr an, studierte Literatur und verdiente sein Geld zeitweise als Kassierer im Supermarkt. Kein Wunderkind, dafür ein Autodidakt, dessen Genialität fast etwas Unheimliches anhaftet? Etliches von dem, was über ihn geschrieben wurde, verweist Debargue ins Reich der Fabel. „Ich habe keineswegs allein und nur nach Gehör zu musizieren angefangen“, erklärt der Pianist, inzwischen 25 Jahre alt, während er eindringlich durch seine Brille mit schwarzem Rand blickt. Seine erste Lehrerin in der nordfranzösischen Stadt Compiègne, Madame Meunier, half ihm dabei, seinen Weg als Künstler zu finden. Doch erst vier Jahre vor dem Tschaikowsky-Wettbewerb begann er, sich ernsthaft auf eine professionelle Karriere vorzubereiten. Seitdem wird er von der erfahrenen, russischen Klavierpädagogin Rena Shereshevskaya betreut. Im Grunde lasse sich Musik aber nicht lehren, davon ist Lucas Debargue überzeugt. Klavierspielen könne man sich nur selbst aneignen, allerdings nicht ohne ständigen geistigen Austausch mit anderen. Shereshevskaya machte ihn fit für Moskau, wo er unter anderem mit Ravels vertrackter Tondichtung Gaspard de la nuit, Beethovens Siebter Klaviersonate und Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 Beifall einheimste. Zu seinem Repertoire gehörte auch eine Sonate des selbst in seiner Heimat Russland selten gespielten Komponisten Nikolai Medtner. Schirmherr Valery Gergiev war derart überzeugt, dass er den Viertplatzierten entgegen aller Regeln beim Galakonzert der Preisträger auftreten ließ. Führt er seit dem Wettbewerb ein anderes Leben? Debargue, der jetzt viele Konzerte gibt und in Berlin bereits sein zweites Soloalbum aufgenommen hat, muss nicht lange nachdenken. „Rein äußerlich hat sich alles verändert, in meinem Inneren dagegen nicht. Die Suche nach Klarheit und das Bedürfnis weiterzukommen, all dies ist geblieben. Die vielen Menschen um mich herum zu ertragen, ist weitaus schwieriger, als sich auf die Musik zu konzentrieren. Aus der Musik schöpfe ich immer wieder neue Kraft.“ Mit entschlossener Stimme formuliert Debargue Erkenntnisse, die kaum je einen Moment des Zweifelns zulassen. Er strebe nach „clarté“, einer Klarheit des Ausdrucks, die ihm dabei helfe, sich in dieser Welt zu verorten, bekennt er. „Ich spüre das Bedürfnis, meine Erfahrung mit den Dingen in einem Minimum eindeutiger Worte zu konzentrieren. Das hilft mir bei der Suche nach einer klaren Form, in der ich als Interpret die Inhalte der Musik vermitteln kann.“ Manch einer hat sich gefragt, wie er so blitzartig in den Klavier-Olymp aufsteigen konnte. „Anfangs war ich erschrocken, als man mich fragte, wie ich das geschafft hatte“, gibt er zu. „Doch was spricht dagegen, dass es im Leben nicht auch mal rasch vorangehen kann? Letztlich kommt es doch auf die Legitimität des eigenen Tuns an.“ Auf seiner ersten, im April erscheinenden CD, die bei einem Recital im Pariser Salle Cortot aufgenommen wurde, präsentiert Debargue ein breit gefächertes Repertoire, von Sonaten des Barockkomponisten Domenico Scarlatti über Werke von Schubert, Chopin, Liszt, Grieg und Ravel bis hin zu eigenen Improvisationen. Für die Zukunft hat er sich unter anderem die Zweite Klaviersonate des Polen Szymanowski vorgenommen – „ein geniales Stück, aber auch ein Monstrum für einen Pianisten“. Jahre bevor er Klavierspielen lernte, entdeckte Debargue mit Mozart die klassische Musik. „Der Film „Amadeus“ hat mich absolut fasziniert. Später begann ich mich für Bach und dann vor allem für Rachmaninow, Prokofjew und Skrjabin zu interessieren.“ Unter den Franzosen sind die Romantiker Emmanuel ­Chabrier und Georges Bizet seine größten Favoriten. „Zwei Genies, die viel zu früh verstorben sind. Meiner Ansicht nach sind sie wichtiger als Ravel und Debussy.“ Der größte Komponist pianistischer Werke bleibt für ihn allerdings Chopin. „Er hat ein Universum für das Klavier geschaffen. Leider sind viele aktuelle Interpretationen viel zu beliebig. Jeder meint heute zu wissen, wie man ein Rubato spielen sollte. In Wirklichkeit kommt wenig dabei heraus. Lieber höre ich mir ältere Aufnahmen an, etwa Chopins Dritte Ballade, gespielt von Rachmaninow. Unglaublich!“ Als Klavier-Fetischist sieht sich Debargue aber nicht. „Eigentlich liegt mir gar nicht so viel an diesem Instrument. Es dient mir hauptsächlich dazu, Musik zu machen. Auch in Zeiten, in denen ich nicht spiele, ist mir die Musik immer nahe.“ Vor Auftritten habe er stets Lampenfieber, gibt er zu. „Die ersten fünf Minuten eines Konzerts sind besonders heikel. Man muss einen kühlen Kopf bewahren und sollte keine Experimente wagen. Wenn diese fünf Minuten überstanden sind, kann eigentlich nichts mehr passieren.“ Corina Kolbe Lucas Debargue: Scarlatti,Chopin,Liszt,Ravel Sony Classical (Sony Music)

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